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  • Nervenperfusion

    Im Rahmen wissenschaftlicher Studien untersuchen wir das Durchblutungsverhalten, die sogenannte Perfusion, von peripheren Nerven (Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark), um Aussagen über das nervale Blutvolumen bzw. die Permeabilität (Durchlässigkeit) der Blut-Nerven-Schranke von peripheren Nerven und deren Veränderung bei verschiedenen krankhaften Prozessen treffen zu können.

    Die Blut-Nerven-Schranke stellt, ähnlich zur Blut-Hirn-Schranke, eine enge und streng kontrollierte Schnittstelle zwischen einem Blutgefäß und dem Nerv dar. Bestimmte Nervenerkrankungen können mit einer Veränderung dieser physiologischen Barriere  zusammenhängen. Die Information über die Perfusion peripherer Nerven ist daher von großer klinischer Relevanz bei der MR-neurographischen Untersuchung von z.B. entzündlichen oder ischämischen Nervenkrankheiten.

    Ziel unserer Studie ist es, mit der kontrastverstärkten dynamischen Nervenperfusion in Zukunft Aussagen über Ausmaß, Schwere und Prognose von Nervenschädigungen zu treffen.

    Die Teilnahme an einer wissenschaftlichen Studie ist freiwillig, weshalb sie erst nach Aufklärung und einer schriftlichen Einverständniserklärung des Patienten erfolgen kann. Im Falle einer Ablehnung ist keine Begründung seitens des Patienten notwendig und es werden keinerlei Nachteile in der weiteren Behandlung des Patienten entstehen. Ob ein Patient für die Messung der kontrastverstärkten dynamischen Nervenperfusion geeignet ist, entscheidet der zuständige Radiologe und führt anschließend die Aufklärung des Patienten durch.

    Für die Untersuchung ist die intravenöse Injektion eines MRT-Kontrastmittels notwendig, das in der täglichen radiologischen Routine zum Einsatz kommt, in der Regel sehr gut verträglich ist und nur extrem selten ernste Nebenwirkungen verursacht. Oftmals ist die intravenöse Kontrastmittelgabe bereits im Rahmen eines regulären, medizinisch-indizierten MRTs notwendig, so dass in diesen Fällen eine Studienteilnahme für den Patienten lediglich mit einer Verlängerung der Untersuchungszeit um wenige Minuten verbunden ist.

    Erscheinungsbild in der MRN

    Mehrere wissenschaftliche Studien sowie die bisherigen Ergebnisse unsere eigenen Studien  zeigen, dass bei verschiedenen Krankheiten peripherer Nerven das Nervengewebe unterschiedlich stark Kontrastmittel aufnimmt, was die Folge einer erhöhten Durchlässigkeit durch eine gestörte Blut-Nerven-Schranke sein kann. Basierend auf den gewonnenen Messwerten und Erfahrungen werden in einem nächsten Schritt Hypothesen zur diagnostischen Wertigkeit der bereits im klinischen Routinebetrieb etablierten und der neuen funktionellen MR-Parameter generiert.

MR-Neurographie: Methoden