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  • Lähmung des Wadenbeinnerv

    Symptomatik

    Eine Läsion des Nervus peroneus (auch Nervus fibularis bzw. Wadenbeinnerv genannt) führt zu einer Lähmung der Streckmuskulatur des Fußes und der Zehen. Daher besteht die typische Symptomatik eines sogenannten Fallfußes: Betroffene Patienten stolpern dabei über den von der Lähmung betroffenen Fuß.

    Ursachen

    Die häufigste Ursache von Lähmungen des Wadenbeinnervs sind Druckverletzungen. Da der Wadenbeinnerv in der Kniekehle um den Hals des Wadenbeinknochens (Collum fibulae) relativ oberflächlich verläuft, kommt es vor allem hier häufig zu Druckverletzungen, hervorgerufen z.B. durch einen zu engen Gips oder Lagerungsschäden im Rahmen einer Operation oder bei langer Bettlägerigkeit. Seltenere Ursachen einer Schädigung des Nervus peroneus sind Entzündungen, Tumoren oder Schädigungen aufgrund von vorangegangenen ärztlichen Maßnahmen, sogenannte iatrogene Verletzungen.

    Indikation zur MR-Neurographie

    Dadurch, dass eine Schädigung des Nervus peroneus durch Druckeinwirkung meist an typischer Stelle auftritt und in Form und Gestalt sehr charakteristisch ist, ist sie mittels MR-Neurographie in der Regel zuverlässig nachzuweisen. Unter Umständen kann aber auch eine Schädigung des zum Rumpf hin verlaufenden Nervus peroneus bzw. des Nervus ischiadicus (Ischiasnervs) zu den typischen Symptomen eines Fallfußes führen. Auch seltenere Ursachen für eine Schädigung des Nervus peroneus, z. B. Tumoren oder Schädigungen aufgrund von ärztlichen Maßnahmen, können meist zuverlässig mittels MR Neurographie festgestellt werden.

    T2-gewichtete hyperintense Abbildung des Nervus peroneus (Pfeil) am Collum fibulae, bei typischer Druckläsion des Nerven. Denervierungsödem der vom Nervus peroneus innervierten Streckmuskulatur am proximalen Unterschenkel (Asterisk).

    Erscheinungsbild in der MR Neurographie

    Bei den häufigsten Druckverletzungen des Wadenbeinnervs ist typischerweise am Hals des Wadenbeins (Collum fibulae) in den MR-Neurographie-Aufnahmen ein auffälliges, stärkeres Signal zu erkennen. Sichtbar wird gegebenenfalls auch eine moderate Schwellung der Gefäße bei sonst normaler Nervenstruktur. Tumoren des Nervus peroneus oder anderer peripherer Nerven stellen sich durch Schwellungen rund um den Tumor, unter Umständen eine Auflösung des Nerven und gegebenenfalls durch Kontrastmittelanreicherung dar. Die vom Nervus peroneus versorgte und von der Lähmung betroffene Muskulatur zeigt eine geänderte Durchblutung.

    Nutzen der MR-Neurographie für die weitere Diagnostik und Therapie

    Entscheidend für eine erfolgreiche Therapie ist die korrekte Diagnose. Diese basiert auf der Feststellung des Orts der Schädigung, was mittels MR-Neurographie gelingt. Druckverletzungen des Nervus peroneus können durch Operation entlastet und damit erfolgreich behandelt werden. Entzündungen der Nerven werden meist medikamentös behandelt. Bei den relativ seltenen Tumoren kann die definitive Unterscheidung von gutartigen und seltenen bösartigen Tumoren lediglich durch die pathologische Untersuchung einer Gewebeprobe erfolgen. Die MR-Neurographie kann entscheidende Hinweise liefern, um die Notwendigkeit einer Probenentnahme oder Operation sowie gegebenenfalls das notwendige Ausmaß einer Operation abzuschätzen.

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